Das Projekt

slide_01Das Backhaus

Nachbau eines Backhauses im Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

Holzschnitt aus der Lyoner Vergil-Ausgabe von 1517Die Bäcker organisierten sich seit dem 12. Jahrhundert in Zünften. Das Bäckereihandwerk unterteilte sich im Mittelalter in Semmler, Brezelbäcker, Lebküchner, Süßbäcker, Weiß- und Schwarzbäcker.
Die Brotherstellung war die Grundlage der Nahrungssicherung im Mittelalter. Gebacken wurde in Lehmbacköfen.

Tätigkeiten der SchülererInnen in unserem Projekt:

Die SchülerInnen werden mit der Funktion und der Befeuerung eines Lehmofens durch den Meister vertraut gemacht und sie werden nach mittelalterlichen Originalrezepten Teig für Brot und Kuchen herstellen. Hierfür werden nur natürliche Zutaten wie Sauerteig und Natron verwendet. Die Backwaren werden dann im Laufe des Tages zu den Mahlzeiten von den SchülerInnen verzehrt.

Ein Beispiel aus dem 15./16. Jahrhundert (Holzschnitt aus der Lyoner Vergil-Ausgabe von 1517)                               Lehmbackofen der Burg Grenchen

Bildnachweise: Beide Abbildungen: http://www.museums-gesellschaft.ch/burg/backfunktion.html ( letzter Stand: 15.6.2011, 12.00 Uhr)
Zunftwappen eines Bäckers (Guild coat of arms of a baker) http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Zunftwappen-B%C3%A4cker.svg

Die Motte

Nachbau des Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

Die MotteEine Motte (frz. motte: „Klumpen“, „Erdsode“) ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist. Weitere deutsche Bezeichnungen sind Turmhügelburg, Erdhügelburg oder Erdkegelburg.

Bezeichnung

Die Erforschung des Burgtyps begann in den 1830er Jahren der französische Archäologe Arcisse de Caumont, der ihn als château à motte bezeichnete. Mit motte ist hierbei der charakteristische Erdhügel gemeint. Die überlieferte lateinische Bezeichnung dafür ist mota. Der deutsche Burgenforscher Otto Piper übernahm später die Bezeichnung „Motte“ aus dem Französischen, die im heutigen deutschen Sprachgebrauch sowohl den Erdhügel als auch pars pro toto die Burganlage als Ganzes bezeichnet. Carl Schuchhardt hingegen bezeichnete den Hügel als Turmhügel und den entsprechenden Burgtyp als Turmhügelburg. In Österreich wird der Burgtyp auch als Hausberg bezeichnet. Regional gibt es weitere unterschiedliche Bezeichnungen für den Turmhügel, wie beispielsweise Bühl, Borwall oder Wal.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten von WIKIPEDIA.org

weiter zu…» http://de.wikipedia.org/wiki/Motte_(Burg)

Leinenweber / Weber

Nachbau des Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

Historischer Hintergrund
Zu Beginn des städtischen Lebens wurden die Bürger aus ländlichen Regionen mit Tuch, das von Bauern und Tagelöhnern gewebt wurde, beliefert. Später etablierte sich die Weberei auch in den Städten als eigenes Handwerk.
Dieses Gewerk arbeitete hauptsächlich mit Schafwolle, Leinen, Seide, Baumwolle sowie Gemische aus diesen Materialien.
In unserem geografischen Gebiet wurde vornehmlich Schafwolle verwendet. Häufig wurden die Schafe vor der Schur durch fließendes Gewässer getrieben, um groben Schmutz und Parasiten zu entfernen. Nach dem Scheren wird die Wolle entsprechend der Haarqualitäten und dem Farbton sortiert und letzte Verunreinigungen entfernt. Um einen gleichmäßigen Faden gewinnen zu können, muss die Wolle gekämmt (kardiert) werden. Danach kann sie versponnen werden.
Leinen
Aus der Flachspflanze wurden sowohl Fasern zur Herstellung von Leintuch als auch, aus deren Samen, Öl gewonnen. Im 12. und 13. Jahrhundert war Deutschland im Flachsanbau weltweit führend. Eine blühende Leinenproduktion entstand u.a. in Schlesien, Schwaben und Westfalen.
Um aus der Pflanze ein Garn zu gewinnen, sind zahlreiche und mühsame Arbeitsschritte notwendig: Flachs wird bei der Ernte nicht geschnitten, sondern mit der Wurzel herausgerissen (gerupft), da die zur Garnherstellung benötigten langen Fasern bis in die Wurzeln hinab reichen. Die geerntete Pflanze wird getrocknet, bis die Samenkapseln mit einem Metallkamm abgestreift (geriffelt) und zu Öl verarbeitet werden können.
Später wurde die Leinenweberei und auch die Wollweberei in den mittelalterlichen Städten durch die Barchentweberei teilweise verdrängt (ab dem 12. Jhd. Verarbeitung von Baumwolle in Italien. Barchent besteht zu einem großen Teil aus Leinen, dem Baumwolle beigemischt wurde. Dies ermöglichte ein leichteres Färben des Gewebes.
Die Verarbeitung reiner Baumwolle ohne Beimischungen ist in Deutschland erst ab 1360 nachgewiesen. Vorher wurden Baumwollstoffe über Oberitalien eingeführt.
Echte Seide wurde schon seit Jahrtausenden in China hergestellt, im Mittelalter bezog man sie z.B. seit ca. 552 aus Konstantinopel). Die daraus hergestellte Kleidung war ausschließlich dem Adel vorbehalten. Gleiches gilt für Materialien wie Brokat und Damast.

Tätigkeiten der SchülerInnen in unserem Projekt:

Diese besteht aus einem ca. 30 cm langen geraden Holzstab. Am unteren Ende befindet sich der sogenannte Wirtel, ein Schwunggewicht, das meist aus Ton, aber auch Stein, Knochen oder Holz, hergestellt wurde. Eine kleine Nut am oberen Ende des Stabes dient zur Aufnahme des Fadens, damit er beim Spinnen nicht von dem glatten Holz abrutscht. Die Bestandteile der Spindel werden vom Zimmermann / Drechsler und dem Töpfer in unserem Projekt hergestellt.
Handspindel

Abbildung des Spinnvorganges mit dem Spinnwirtel, aus Meyer’s Conversationslexikon
Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Aus der gesponnenen Schafwolle werden dann mit unterschiedlichen Techniken Webwaren von den Schülern hergestellt (Fingerweben, Brettchenweben und Weben mit dem Hochwebstuhl). Es sollen auch Textilien wie z.B. Mützen und Socken sowie Fäustlinge mit der Technik der Fadenbindung hergestellt werden (die dazu benötigten Nähnadeln werden ebenfalls im Projekt selbst bei den Steinmetzen aus Knochen hergestellt).

Hochmittelalterlicher Gewichtswebstuhl, Schemazeichung Webbrettchen, Musterband

Schneider

Nachbau des Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schneider. 15.2.2011, 19.00 Uhr.

Historischer Hintergrund

Das Schneiderhandwerk ist seit dem 12. Jahrhundert in deutschen Städten belegt. Zuvor stellte man die notwendige Bekleidung innerhalb der Familie her, auch sind Schneidereien in Klöstern belegt. Da der Schneider nie auf Vorrat, sondern nur auf Bestellung arbeitete, somit also nie viele Kunden gleichzeitig versorgen konnte, lebten diese Handwerker meist am Rande der Existenz.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:SchneiderMA.png&filetimestamp=20060428231054; Die Schutzdauer für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.

Tätigkeiten der SchülerInnen in unserem Projekt:

Die SchülerInnen können, aufgrund ihres begrenzten Aufenthaltes keine großen Bekleidungsstücke herstellen. Sie können jedoch einfache Umhängetasche, Etuis (Federtaschen) selbst herstellen und mit Bändern aus der Weberei (Brettchenweben) verzieren. Bei einem längeren Aufenthalt im Zuge einer Projektwoche jedoch ist die Herstellung mittelalterlicher Bekleidung nach einfachen Schnittmustern möglich.

Zimmermann

Nachbau des Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Zunftwappen-Zimmerer.svg&filetimestamp=20100705221157. 22.3.2011, 19.00.
Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext.
Er mit der Entstehung der Zünfte erhielt auch der Beruf des Zimmermans den Charakter eines „Berufes“. Zuvor wurden die Zimmermannsarbeiten von den Männern in den Dörfern selbst erledigt. Jedoch mit der Stadtentwicklung wurde der Bedarf an gut ausgebildeten Fachleuten immer größer. Die noch heute sichtbaren Fachwerkhäuser (z.B. in Quedlinburg) zeugen noch immer von der hohen Baukunst dieser Zunft.

Tätigkeiten der SchülerInnen in unserem Projekt:

Unsere SchülerInnen sollen in der ersten Phase des Projektes an der äußeren Verkleidung (Fachwerk Aufbau und Reparatur) unserer Häuser mitarbeiten. Sie werden mit unterschiedlichen Hölzern arbeiten, deren Eigenschaften sowie mit den grundlegenden Werkzeugen, die sich vom Mittelalter bis heute kaum verändert haben, vertraut gemacht werden. Weiterhin werden wir Ihnen die Möglichkeit bieten, kleinere Gegenstände aus Holz, Horn und Knochen herzustellen (Holzkreuze als Anhänger, einfache Modelle von Kirchen, einfach Rohrflöten, Gebrauchsgegenstände wie Knöpfe, Löffel, Kellen, Holzschalen, Schreibgriffel,Würfel u.v.a.m.). Hier lernen Sie den Umgang mit Präzision (Abmessungen, Winkeleinsatz) und weiteren Werkzeugen (Feilen, Raspeln). Es wird ausschließlich mit ökologisch vertretbarem Holz gearbeitet. Horn und Knochen beziehen wir von der lokalen Bezirksförsterei,

Baumeister / Steinhauer (Steinmetz) / Maurer

Nachbau des Mittelalter an der Alten Spree in Berlin | Herausgeber: Zeitfluss e.V.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Zunftwappen-Maurer.svg&filetimestamp=20100705220512. 22.3.2011, 19.00.
Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext.

Die Baumeister des Mittelalters sind die Vorgänger der heutigen Architekten. Ihnen oblag die Verantwortung über ein Bauwerk. Ihre Tätigkeit umfasste die Lösung architektonischer Fragen, Realisierung von Konstruktionen und Bautechniken, Koordination der Arbeiter, Beschaffung und Verwaltung von Baumaterial und Gelder.

Der Beruf des Steinmetzes baute auf den Kenntnissen eines Maurers. Er arbeitete mit Stein und fertigte Skulpturen aber auch Steine für den Hausbau an.

Tätigkeiten der SchülerInnen in unserem Projekt:

In unserem Projekt verbinden wir die Berufe des Baumeister mit denen des Steinmetzes. Schüler, die in diesem Gewerk arbeiten werden die Außenverkleidungen der Häuser (Füllung des Fachwerkes) in Stand halten, Steine mit historischen Werkzeugen (Picke, Fläch- und Stockhammer, Meißel, Spitzeisen) bearbeiten um sowohl Steine zur Wegpflasterung und kleinere Skulpturen oder auch mittelalterliche Bauelemente (Verzierungen) herzustellen. Auch hier lernen die SchülerInnen Vermessungstechniken.

Literatur zu den mittelalterlichen Gewerken:

Kintzinger, Martin (1999) Eruditus in arte Handwerk und Bildung im Mittelalter. Handwerk in Europa: pp. 155-187.
eISBN: 978-3-486-59442-3
print ISBN: 978-3-486-56395-5
doi: 10.1524/9783486594423.155

Purrucker, Barbara, Hochmittelalterliche Bauernkleidung, Sonderausgabe aus „Waffen- und Kostümkunde“ Zeitschrift der Gesellschaft für historische Waffen- und Kostümkunde, 1998
Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte (Hrsg.), Experimentelle Archäologie im Museumsdorf Düppel, Neues aus dem Mittelalter, Oldenburg: Isensee, 1996
Hägg, Inga, Berichte über die Ausgrabungen in Haitabu, Bericht Nr. 20 – Die Textilfunde aus dem Hafen von Haitabu, Karl Wachholtz Verlag, 1985
Hägg, Inga, Berichte über die Ausgrabungen in Haitabu, Bericht Nr. 29 – Die Textilfunde aus der Siedlung und aus den Gräbern von Haitabu, Karl Wachholtz Verlag, 1991
Buhmke, Joachim, Höfische Kulter- Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter, DTV München, 1987/1988
Gurjewitsch, Aaron J., Stumme Zeugen des Mittelalters – Weltbild und Kultur der einfachen mensch, Böhler verlag Köln, 1997
Haussherr, Reiner (Hrsg.), Die Zeit der Staufer, Katalog zur Ausstellung, Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart 1977
Dr. rer. nat. Schwepp, Helmut, Handbuch der Naturfarbstoffe, ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg/Lech 1993
Albrecht, Peter; Wolniak, Horst: Die Geschichte des Handwerks. Verlag: Edition XXL; Fränkisch-Crumbach 2004.
Sulzenbacher, Gudrun: Altes Handwerk und ländliches Leben. Verlag: Folio; Wien, Bozen 2002.
Sennett, Richard: Handwerk. Berlin Verlag; Berlin 2008.
Binding, Günther: Baubetrieb im Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 1993.
Balder, Batran, Herbert Bläsi et al.: Fachwissen Bau. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 2004.
Dammann, A.W. (Bearb.), Hermann Alexander von Berlepsch (Hrsg.): Chronik der Maurer und Steinmetzen, nebst einer Übersicht der Geschichte der Baukunst aller Zeiten und Völker. Zeller, Osnabrück 1966.
Kettler, Kurt et al.: Ausbildungsberuf Maurer. Stam-Verlag, Köln 2000.
Köhler, Klaus (Hrsg.): Fachstufen Bau. Maurer. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 1981.
Menzel, Carl August: Der praktische Maurer. Handbuch für Maurermeister. Zugleich ein Leitfaden für die Maurergesellen, welche die Prüfung als Maurermeister zu bestehen haben. Knapp, Halle 1870 .